Bundesgrundschulkongress 13./14. 09.2019

100 Jahre Grundschule – 50 Jahre Grundschulverband

Mit einem Festakt in der Paulskirche und mit einem großen Kongress an der Frankfurter Goethe-Universität würdigen Vertreter aus Schulen, aus Wissenschaft und Politik die 100-jährige Erfolgsgeschichte der Grundschule.

Die Festrede in der Paulskirche hält der Bundespräsident. Mit seiner Anwesenheit und seinem Beitrag zeigt Frank-Walter Steinmeier als erster Bundespräsident seine besondere Wertschätzung für die Grundschulen und ihre Lehrkräfte, deren Arbeit und Entwicklungsleistung oft unter sehr schwierigen Bedingungen erbracht werden müssen.

„Seit Weimar 1919 und bis heute ist die Grundschule Vorreiterin der Schulreform in unserem Land“ betont Maresi Lassek, Bundesvorsitzende des Grundschulverbands, die pädagogische und gesellschaftliche Leistung der Grundschule. „Sie war die erste und ist bis heute die einzige flächendeckende Gesamtschule in Deutschland.“ Integration sei ihr großer Auftrag in unserer Demokratie: „Mädchen und Jungen, Kinder aus allen sozialen Schichten und verschiedenen Kulturen, mit besonderen Begabungen und Handicaps lernen gemeinsam und voneinander.“ Diese wichtige Aufgabe erfordere allerdings auch eine den anderen Schulformen und den internationalen Standards für die Primarstufe vergleichbare Ausstattung.

„Die gesellschaftliche Wertschätzung der Grundschule drückt sich in der Sicherung der dafür notwendigen Ressourcen aus“ heißt es in der Selbstverpflichtung der Kultusministerkonferenz von 2015, die jedoch bis heute nicht erfüllt ist. Nicht minder wichtig sind kindgerechte Lern- und Lebensbedingungen in den Familien, vor allem die zunehmende Kinderarmut erfordert eine aktivere und wirksamere Sozialpolitik, um die Reformanstrengungen der Grundschulen zu unterstützen.

Im Anschluss an den Festakt kommen annähernd 1000 Pädagoginnen und Pädagogen zu Vorträgen, Diskussionsforen und Arbeitsgruppen an der Frankfurter Goethe-Universität zusammen. Unter dem Motto „KINDER LERNEN ZUKUNFT“ werden aktuelle Themen grundlegender Bildung wie „Individualisierung“, „Grundschule ohne Noten“, „Inklusion“, „Digitale Medien“ und „Rechtschreibunterricht“ diskutiert. Ebenso stehen Zukunftsfragen wie „Nachhaltige Bildung“, „Was Kinder heute für morgen brauchen“ und die „Gerechtigkeit unseres Bildungssystems“ auf dem Prüfstand.

Zum Bundesgrundschulkongress wird sich der Grundschulverband mit konkreten Anforderungen an eine zukunftsfähige Grundschule positionieren. Er wird dazu deutliche Forderungen an Politik, Bildungsverwaltung, Pädagogik und Gesellschaft richten, denn die grundlegende Bildung aller Kinder muss ein Anliegen Aller sein.

Frankfurt/Main, den 09. September 2019            V.i.S.d.P. Susanne Hirsch

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