06.10.2021 – Forum Eigenverantwortliche Schule

Die im Kultusministerium mit diesen Themen Verantwortlichen nahmen sich zwei Stunden Zeit, um die Verbände über die neuesten Entwicklungen zu informieren. Frau Willamowius, die Staatssekretärin ordnete zunächst die Themen und deren Genese in den Kontext der bildungspolitischen Maßnahmen des Ministeriums ein. Anschließend führten Frau Johannes (Leiterin Referat 31: Qualitätsentwicklung, Eigenverantwortliche Schule, Fokusevaluation etc.), Herr Sidortschuk (Leiter Referat S, Steuerung RLSB und NLQ) und Herr Deffner (Beratungs- und Unterstützungssystem) detaillierter in die neuen Strukturen und die damit verbundenen Ziele ein.

Am 06.10.2021 lud das Kultusministerium Niedersachsen die Verbände zum regelmäßig stattfindenden Forum Eigenverantwortliche Schule ein. Themen waren diesmal die Veränderungen im Beratungs- und Unterstützungssystem, die Einrichtung Regionaler Beratungsteams (RBT) und die Weiterentwicklung der Fokusevaluation.

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Ein vorrangiges Ziel ist die höhere Präsenz des Beratungs- und Unterstützungssystems im Land. Neben den Schulen können nun auch Lehrkräfte, Eltern und Schüler und Schülerinnen die Beratungsleistungen der Regionalen Beratungsteams in Anspruch nehmen. Die Anfragen gehen direkt bei den Regionalen Beratungsteams ein, so dass Vertraulichkeit und Freiwilligkeit der Anfragen gewährleistet sind. Hierbei kann es sich um Einzelfragen von Lehrkräften und Eltern handeln, vorrangig geht es aber um die systemische Prozessbegleitung von Schulen im Rahmen ihrer Schul- und Unterrichtsentwicklung durch verschiedene Berater und Beraterinnen der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung. Dabei hat der Dienstleistungs- und Servicegedanke hohe Priorität. Eine zielgerichtete und fachlich fundierte Beratung und Unterstützung der Schulen soll durch multiprofessionelle Teams gewährleistet werden.

Die Verbindlichkeit der Fokusevaluation (vormals Schulinspektion) ist schon vor zwei Jahren ausgesetzt worden. Die Weiterentwicklung der „neuen“ Fokusevaluation sieht zwei Säulen vor, wobei die Schulen die Unterstützung und Beratung im Rahmen der ersten Säule freiwillig, vertraulich und bedarfsorientiert in Anspruch nehmen können. Dabei steht die im niedersächsischen Schulgesetz verankerte, alle zwei Jahre verbindlich durchzuführende schulinterne Evaluation im Vordergrund. Um diese Evaluation vorzubereiten und zu begleiten, können die Schulen Beraterinnen und Berater der Fokusevaluation in Anspruch nehmen. Eine sich daraus ergebende Potentialanalyse soll Aufschluss über folgende Fragen liefern: „Was läuft gut in unserer Schule? Wo können wir uns noch verbessern?“

Im Rahmen der zweiten Säule der „neuen“ Fokusevaluation wird die Schulqualität analysiert und bewertet. Die Beauftragung der Wirkungsanalyse erfolgt durch das Kultusministerium, wobei die teilnehmenden Schulen „in der Regel“ durch Stichprobenziehung ausgewählt werden sollen. Die ermittelten Daten sollen jedoch nur in „aggregierter Form“ weiterverwendet werden, so dass keine Rückschlüsse auf die Unterrichtsqualität einzelner Lehrkräfte möglich sind. Neben der Wirkungsanalyse können die Schulen sich um eine Prädikatsvergabe bemühen, die von Gutachtern und Gutachterinnen geprüft wird. Vorgesehen sind z. B. Prädikate im Bereich der Unterrichtsqualität oder der durchgängigen Sprachbildung.

Eine Evaluation des gesamten Maßnahmenpakets ist in zwei Jahren geplant.

Sehr positiv zu vermerken ist, dass die mit den Prozessen der Weiterentwicklung des Beratungs- und Unterstützungssystems Verantwortlichen überzeugend darstellen konnten, dass es ihnen wirklich darum geht, Maßnahmen auf den Weg zu bringen und interne Strukturen so zu verändern, Schulen bei ihrer Qualitätsentwicklung zielgerichtet, vertraulich und fachlich fundiert zu beraten und zu unterstützen. Bleibt abzuwarten, wie die nachgeordneten Behörden und Verantwortlichen die Vorgaben umsetzen werden.

Mehrmals wurde während der Veranstaltung die Gelegenheit zum Nachfragen und zur Diskussion gegeben. Auch überzeugend war der Aufruf „Falls im Nachgang zur Veranstaltung Fragen und Anregungen entstehen, können diese gerne an die im MK Verantwortlichen gerichtet werden“.

Dieses Angebot greifen wir gerne auf: Falls Ihr also Fragen und Anregungen habt, schreibt uns gerne unter gsv.nds@gmail.com Wir leiten Eure Impulse gerne gesammelt weiter oder lassen diese im Rahmen des Jour fixe mit dem Kultusministerium in die Diskussion einfließen.

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